Elebnisberichte rund ums Kinderheim

Kim at Alakara

 

Vom 16.07.2019 bis zum 09.08.2019 war mein Einsatz im Kinderdorf „Alakara ore moru, Childrens home below the hills“. Als Sheila, die Managerin, und ich im Kinderdorf angekommen waren, war ich zu Beginn etwas sprachlos, was Steffi und der Verein für die Kinder dort aufgebaut haben. Das ist einfach richtig toll. Die Kinder haben nicht nur eine Chance, etwas aus ihrem Leben zu machen, sondern auch ein Zuhause, wo sie auch lernen, selbständig ein Leben zu führen. Ich muss aber auch gestehen, dass ich zuerst etwas aus dem Konzept war, da das dortige Leben nicht mit einem in Deutschland vergleichbar ist.

Aber die ganze Aufregung und Angst legte sich schnell, da die nun 19 Kinder (davon leben 2 in einem Internat und kommen zurück, sobald die Schule schließt) und die zwei Mütter dort, mich schnell in ihrer Familie aufnahmen. Somit war mein Start dort sehr schön.

Meine Aufgaben waren zum Beispiel, nach den Kindern zu schauen und bei irgendwelchen Verletzungen die Erstversorgung durchzuführen, die Malaria-Netze zu überprüfen und zu schauen, ob die Kinder sie überhaupt angehangen haben.

In meinen 4 Wochen, die ich in dem Kinderdorf gelebt und gearbeitet habe, hat mir Sheila auch einen Einblick in ihre Aufgaben gegeben. Sie sorgt nicht nur für die Angelegenheiten der Kinder direkt, sondern auch dafür, dass genügend Material für das Haus Nummer 5 vorhanden war. Dieses wurde gerade neu gebaut. Sowie, mit den Kindern auch, spät abends zum Arzt zu fahren und auch Sachen mit der Schule der Kinder zu klären. Neben den Angelegenheiten für das Orphanage, studiert sie an der Uni, um einen weiteren Abschluss zu erhalten.

In meiner ersten und in meiner Letzten Woche gab es Süßigkeiten für die Kinder, die ich aus Deutschland mitgebracht hatte. Diese verteilte ich als Begrüßung und Gastgeschenk. In dem Dorf ist es nämlich üblich, dass man, wenn man etwas mitbringt, es jedem Kind persönlich in die Hand gibt und nicht die Tüte dort abstellt und jeder kann sich etwas nehmen.

Ich habe schnell gemerkt, dass jedes Kind trotz seiner Hintergrundgeschichte ein wirklich aufgewecktes, fröhliches und ziemlich aktives Kind ist. Nachdem sie ihre Aufgaben alle erledigt haben, wie ihr Haus aufräumen, Essen vorbereiten, manchmal auch Wäsche waschen, spielten die Jungs mit den Nachbarskindern oder haben miteinander auf dem selbstgebauten Spielplatz Fußball gespielt, die Mädchen haben dann meistens Gummitwist gespielt. Abends haben die Kinder dann mit Mutter Wilhelmina gekocht, es gab meistens Ugali (Maisbrei) mit Greens und ab und zu Pork (Schwein).

Beim Spielen hatte sich dann eins der Mädchen verletzt. Da ich eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin mache, hatten sie mich dann gefragt was sie machen sollten. Zu Beginn schlug ich vor, die Verletzung zu kühlen. Da es jedoch nicht besser wurde, sondern eher schlimmer, sind wir dann mit Violett zum Arzt gefahren. Beim Arzt habe ich mich gewundert, da ich etwas anderes gewöhnt bin. Auch zu der Behandlung gab es dort totale Unterschiede. Ich muss gestehen, ich bin froh über den medizinischen Fortschritt, den wir hier in Deutschland haben.

Aber auch die anderen Krankenhäuser waren nicht wirklich besser. Überall saßen Menschen, die irgendwie so schnell wie möglich drankommen wollten. Kinder, die wirklich Hilfe brauchten, mussten warten oder wurden kurz drangenommen und dann wieder auf die Wartebank gesetzt. Auf die Ergebnisse musste man, je nachdem welcher Test es war, Stunden oder Tage lang warten.

Aber die Menschen habe nie die Hoffnung aufgeben, sie haben immer gebetet, egal was war. Sie haben die Hoffnung in Gottes Hände gelegt.

An einem Wochenende hat mich Steffi mit nach Kitale genommen, wo wir mit dem Rotary Club von Bungoma in einer Schule, die im Slum von Kitale ist, ein Gesundheits-Check Up gemacht haben. Dabei hat Steffi die Zähne der Einwohner, die zu uns gekommen sind, kontrolliert und ich habe mir ihren Gesundheitszustand und anderen körperlichen Beschwerden, die sie haben, angesehen (zum Beispiel Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder auch Menschen mit einer Sehschwäche).

Die Kinder waren echt nett und ziemlich offen zu Menschen, die sie nicht kennen, auch wenn sie eine andere Hautfarbe haben, als sie selbst.

Ich fand es bemerkenswert, dass die Kinder trotz den Umständen in einem Slum fröhlicher und offener waren als die Einwohner in meinem Ort, die hinter mir her geschrien haben „Mzungu“ (was so viel bedeutet wie Europäerin) und mich angestarrt haben.

Als Steffi mir gesagt hatte, dass ich Teil eines Medical Camp sein kann, war ich zuerst ein wenig skeptisch, da ich nicht wusste, wie die Leute dort auf mich reagieren, da ich weiß bin. Aber am Ende war ich sehr froh, dass ich mitgekommen bin. Es war ein sehr schöner Tag mit den Kindern dort, die mir gezeigt haben, dass man auch mit wenig sehr glücklich sein kann.

Ich finde es ungerecht, die Kinder hier in Deutschland wissen die vielen kleinen Sachen nicht zu schätzen und gehen damit achtlos um. Aber die Kinder, die dort leben, sei es im Slum oder im Orphanage, waren schon froh, wenn sie Süßigkeiten, süße Getränke oder auch nur einen Fußball bekommen haben.

In meiner letzten Woche bin ich mit den Kindern und Sheila zusammen den Berg hochgeklettert. Die Kinder hatten dabei sehr viel Spaß und waren dabei ziemlich ausgelassen und flink. Auf der Hälfte des Berges haben wir dann die Kinder singen und tanzen lassen, was ihnen sichtlich Spaß gemacht hat.

Das Schöne daran war, dass die beiden größeren Jungs (Cornell und Benjamin) sich um die kleineren Jungs gekümmert haben, wenn diese vom Klettern müde waren. Diese wurden dann einfach kurzer Hand auf die Schulter genommen und es wurde dann zusammen weiter geklettert.

An meinen letzten Tag habe ich mit den Kindern zusammen Pommes gemacht und habe für die Kinder vorher noch süße Getränke eingekauft. Zusammen mit den Kindern hatte ich dabei sehr viel Spaß und habe mich sehr darüber gefreut, dass die Pommes und die süßen Getränke gut angekommen sind.

Zum Schluss kann ich sagen, dass es eine super Erfahrung war, welche ich nicht bereue. Das Kinderdorf ist wirklich großartig und auch die Kinder. Viele Kinder sind miteinander verwandt und alle von ihnen haben eine Hintergrundgeschichte. Sie lassen sich von dieser jedoch nicht beeinflussen und leben wie in einer großen Familie. Natürlich gibt es dort auch mal Streit, aber durch die dort lebenden Mütter und Sheila klärt sich dieser auch wieder schnell.

Es ist schade, dass viele Kinder in Kenia nicht eine solche Chance haben oder dass die Hilfe zu spät kommt und die Kinder dann schon auf die „falsche“ Bahn gekommen sind. Es ist auch schade, dass die schöne Natur, die in Afrika existiert, von Müllbergen langsam immer mehr begraben wird und den Leuten niemand hilft, um die Landschaft aufrecht zu erhalten.

Mir ist auch aufgefallen, dass die Kinder, die in Afrika zur Schule gehen, sehr glücklich darüber sind und sich freuen, wenn die Ferien zu Ende sind und sie wieder zur Schule gehen können.

Was für mich sehr erschreckend war, dass in einer normalen Schule dort bis zu hundert Kinder in einer Klasse sein können.

Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich bedanken, dass mir ermöglicht wurde eine solche Erfahrung zu machen und dass ich diese Erfahrung in diesem Kinderdorf machen durfte